23. November 2011

… fast ein jeder kennt sie

... diese Tage

… unabhängig vom viel diskutierten burn out
… unabhängig vom Monatszyklus
… abseits von irgendwelchen Problemen
… sei es wirtschaftlich, beruflich oder beziehungstechnisch
… es muss nicht ein kaputtes Auto sein
… oder ein krankes Kind

… denn rein sachlich betrachtet ist alles in Ordnung
… die Sonne zur Aufhellung der Stimmung fehlt, aber das haben wir nun um diese Jahreszeit
… die einen haben Mühe mit dem Aufstehen am Morgen
… es fehlt ihnen der Antrieb, sie würden am liebsten im Bett bleiben
… die anderen klagen über Schlaflosigkeit, versuchen sich mit alltäglichen Dingen abzulenken, die auch nicht wirklich erheitern

… die Kollegen die dich sonst in guter Stimmung kennen, fragen
… du bist weniger gesprächig, als man es sonst von dir kennt
… haben den Eindruck, als würdest du in dein Innerstes Selbst schauen
… nicht wie sonst, aufmerksam nach außen blickend
… du vergisst die Post im Briefkasten
… oder den Müll mitzunehmen
… wenn du keinen Grund hast, dich über andere zu ärgern
… ärgerst du dich im Zweifelsfall über dich selbst

… obwohl du keinen Anlass hast, der diese Stimmung rechtfertigen könnte
… trotz alledem ist dir nach Heulen
… was aber nicht so ohne weiteres funktioniert
… wenn ich diese Stimmung beschreiben soll in Tönen
… dann würde es so in etwa klingen


… jeder hat seine Methoden, mit diesen Tiefpunkten umgehen zu können
… oder hat seine persönlichen Kraftquellen
… man kann sich die Zeit nehmen und seinen Lieblingspunkt auf dieser Welt besuchen
… du genießt die Aussicht von irgendeinem Turm
… du setzt dich an einem See und beobachtest das Treiben der Enten, die sehnsüchtig auf ein Paar Brotbrocken warten

Marie von Ebner-Eschenbach meinte dazu:

Du siehst alles ein bisschen klarer
mit Augen, die geweint haben...

… also, wie lässt man Tränen, verwerflich in den Augen anderer, fließen
… dieses Zeichen immenser Schwäche
… abwertend Heulsusengetue

… man denkt an traurige Dinge, was auch nicht funktioniert
… denn dann hätte man ja einen vorgeschobenen Grund, der das ursprüngliche Tief rechtfertigen würde

… ich kann heulen, so blöd es sich anhört
… auf Bestellung, ganz zuverlässig



… bei *Sommersby* wenn er auf dem Schafott auf seine Hinrichtung wartet



… bei *The untouchables*, wenn Sean Connery stirbt, 
und versucht trotzdem seinen Job zu machen

oder

… bei *Sissy* die rote Teppichszene in Venedig, 
wenn sie ihre Tochter nach ewigen Zeiten wieder sieht

… wenn man für sich selber sicher weiß, wie man es schafft, sich einen dieser Tage zu retten
… hat man etwas Vergleichbares zu einem Migränemittel, mit dem man rechtzeitig diesen *Anfall* coupieren kann.
… sich entspannt auf diese Stimmung einlassen zu können




1 Kommentar:

  1. Sawir, ich bin der kosmaty, Mit dem Weinen, bei mir, da haue ich mir mit Hammer den Nagel blau, ist aber nicht für jeden zu empfehlen und dier nicht zu wünschen, so bin ich auch ratloss...
    LG Kosmaty

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